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KRITISCHE STIMMEN ZU UND AUS DEM IRAN

12.02.2017

KRITISCHE STIMMEN ZU UND AUS DEM IRAN

MIT INFORMATIONEN ZUR MENSCHENRECHTSLAGE, LITERARISCHER LESUNG UND MUSIK

SO, 12. Februar 2017, 19.00 UHR
TURMTHEATER - Am Watmarkt 5, 93047 Regensburg
Eintritt an der Abendkasse: 6 Euro bzw. für Studierende frei.

Iran ist das erste Land, das eine Islamische Republik ausrief, und auch eines der ersten, dessen Bevölkerung sich dagegen auflehnt. Doch wer erinnert sich noch an die großen Demonstrationen nach der Präsidentschaftswahl 2009, an die „grüne Revolution“, lange vor dem Arabischen Frühling? Der Iran ist geprägt von der Jahrtausende alten, persischen Hochkultur. Die Bevölkerung weist auch heute ein hohes Bildungsniveau auf, es gibt eine aktive Bürger- und Frauenrechtsbewegung. Unter dem neuen Präsidenten Hassan Rohani boomt das Land als neues, altes Reiseziel. Und gleichzeitig ist der Iran das Land mit der zweithöchsten Zahl von Hinrichtungen weltweit, eines der wenigen, das auch jugendliche Straftäter hinrichten lässt. Ein Land, in dem alle Minderheiten zusammen die Mehrheit sind – über 50 Prozent der Bewohner sind keine Perser, sondern Azeris, Kurden, Araber, Turkmenen, Belutschen und andere. Ihre Lebensverhältnisse sind meist schlechter als die der restlichen Bevölkerung. Wer dagegen protestiert, wird schnell zum politischen Gegner.
Der Amnesty-Aktivist Dieter Karg koordiniert deutschlandweit die Menschenrechtsarbeit zum Iran und berichtet von der aktuellen Lage dort, von Menschenrechtsverletzungen z.B. an dem Rechtsanwalt Abdolfattah Soltani, der 2012 zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde und im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran Demütigungen und Folter ausgesetzt ist. Herr Soltani gehört zum Umfeld der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi und erhielt selbst den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg.
Seine Tochter Maede Soltani wird das Schicksal ihres Vaters aus ihrer persönlichen Sicht kommentieren.
Dazu trägt die Schauspielerin Anna Valeska Pohl iranische Literatur vor, vom berühmten Toleranz-Edikt des antiken Perserkönigs Kyrus aus dem 6. Jhd v.Chr. bis hin zu zeitgenössischen Texten von kritischen iranischen Autorinnen wie Sahar Delijani und der Journalistin Ramita Navai.
Der kulturell-politische Abend wird mit Livemusik von Ibrahim Kaplan umrahmt.
Amnesty International, Katholische Erwachsenenbildung KEB im Bistum Regensburg und das Turmtheater laden herzlich ein, sich an diesem Abend atmosphärisch in den Iran entführen und tagesaktuell informieren zu lassen.

Bilder unter WEITERLESEN

Das Turmtheater war bis auf den letzten Platz ausverkauft.Anna Valeska Pohl und Sam rezitierten das berühmte Gedicht von Saadi, welche über dem Eingang des Gebäudes der Vereinten Nationen in New York steht, auf Deutsch und Farsi Später verkündete Anna das berühmte Kyrus-EdiktIbrahim Kaplan untermalte den Abend stimmungsvoll mit orientalischen Klängen auf der Saz... ...und mit GesangDieter Karg von der Amnesty-Koordinationsgruppe Iran berichtete zur aktuellen Lage der Menschenrechte im IranMaede Soltani stellte dazu exemplarisch das Schicksal ihres Vaters, des inhaftierten Menschenrechtsanwalts Abdolfattah Soltani, vorIbrahim Kaplan an der Saz
Anna Valeska Pohl las aus 'Die Kinder des Jacarandabaums' von Sahar Delijani...... und aus 'Stadt der Lügen' von Ramita NavaiZum Abschluss gab es Gelegenheit für Fragen aus dem Publikum......unter dem sich auch Iraner und Iranerinnen befanden, die ihre persönlichen Eindrücke schildertenIbrahim Kaplan schloss den Abend musikalisch ab