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Tschetschenien - Freisprüche nach weltweiten Protesten aufgehoben

Petitionen sind nicht mehr erforderlich.
ai wird den Fall weiterhin beobachten.
Nach weltweiten Protesten hat am 30.August 2005 der Supreme Court die Freisprüche von vier Soldaten aufgehoben.
Die vier Soldaten hatten sechs unbewaffnete Zivilisten in der Nähe des Dorfes Dai ermordet. Ein Gericht in Rostow am Don hatte sie im Mai freigesprochen. Die Soldaten hätten lediglich Befehle befolgt, und wären deshalb nicht für die Tat verantwortlich - so das Gericht. amnesty international hatte die Freisprüche kritisiert.

Die angeklagten Soldaten hatten bei einer Straßensperre das Feuer auf ein Fahrzeug mit sechs Zivilisten eröffnet. Einer der Insassen starb im Kugelhagel. Die fünf Überlebenden brachten die Soldaten in eine nahegelegene verlassene Farm und erschossen sie dort.
amnesty international forderte die Bestrafung der Täter.

Blutbad bei einer Straßenkontrolle

Die Mitglieder einer Einheit des Russischen Militärgeheimdienstes GRU eröffneten am 11.Januar 2002 in der Nähe des Dorfes Dai das Feuer auf ein Fahrzeug mit sechs Zivilisten, das ein Stoppzeichen mißachtet hatte. Einer der Insassen, Said Alaskhanov, der Direktor einer Dorfschule, starb im Kugelhagel. Die Überlebenden - Abdul-Wakhab Satabaev, der stellvertretende Direktor der örtlichen Schule, Shakhban Bakhaev, Khamzat Tuburov, der Fahrer des Fahrzeugs, die schwangere Zainap Dzhavatkhanova, und Dzhamlail Musaev - wurden von den Soldaten gefangengenommen und in eine nahegelegene verlassen Farm gebracht.

Vorgesetzter gibt den Befehl die Gefangenen zu beseitigen

Über Funk verständigte Captain Eduard Ulman, der Leiter der Einheit, seinen Vorgesetzten Major Alexei Perelevskii über die Gefangennahme der Zivilisten. Offensichtlich gab ihm dann der Major (nachdem er seinerseits Rücksprache mit seinen Vorgesetzten genommen hatte) den Befehl die Gefangenen zu beseitigen.

Die fünf Zivilisten werden hinterrücks erschossen

Der Anklage zufolge sagten die Soldaten den Gefangenen sie seinen frei. Zwei Angehörige der Einheit Lieutenant Alexander Kalaganskii, und Sergeant Vladimir Voevodin eröffneten dann das Feuer auf die Zivilisten als sie sich entfernten. Die Leichen setzten die Soldaten in das Fahrzeug und zündeten es an.

Gerichte sprechen die Soldaten frei

Captain Eduard Ulman, Lieutenant Alexander Kalaganskii, Sergeant Vladimir Voevodin und Major Alexei Perelevskii wurden im April 2004 des Mordes an den sechs Zivilisten angeklagt. In der Berufungsverhandlung billigte das Gericht in Rostow am Don am 19.Mai 2005 die Tötungen. Auch in der Vorinstanz waren die Soldaten mit der gleichen Begründung freigesprochen worden.

Wie jetzt bekannt wurde, sind die Freisprüche nach weltweiten Protesten aufgehoben worden. amnesty international wird den Prozeß weiterhin beobachten.