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15.01.2007
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Menschenrechtsgarantien für alle Rückführungsabkommen nötig
Pressemeldung vom 15.01.2007
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EU-Innen- und Justizministertreffen Dresden:
Menschenrechtsgarantien für alle Rückführungsabkommen nötig
Berlin, 15. Januar 2007 - Das geplante Abkommen der EU mit Marokko
über die Rückführung der Angehörigen von Drittstaaten muss Garantien
für die Einhaltung der Menschenrechte der betroffenen Flüchtlinge und
Migranten enthalten. Dass muss die EU in den laufenden Verhandlungen
sicherstellen, hat amnesty international in einem Brief an
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gefordert. Anlass ist die
informelle Sitzung des Rats der EU-Innen und Justizminister in
Dresden (14.-16. Januar).
"Bei den Vorfällen von Ende Dezember 2006 in Marokko haben die
dortigen Behörden Menschenrechte schwer verletzt. Das darf sich nicht
wiederholen, und schon gar nicht mit stillschweigender Billigung
durch die EU", sagte Wolfgang Grenz, Asylexperte von amnesty
international. "Die EU hat allen Anlass, ihre bisherige Strategie zur
Abwehr irregulärer Einwanderung in Zusammenarbeit mit Anrainerstaaten
generell auf den Prüfstand zu stellen", sagte Grenz.
"Schon bestehende bilaterale Rückführungsabkommen zwischen
EU-Mitgliedstaaten und Marokko müssen daraufhin überprüft werden, ob
sie Garantien des Menschenrechtsschutzes für Flüchtlinge und
Migranten enthalten. Wenn nicht, müssen sie entsprechend überarbeitet
werden", sagte Grenz. "Das Treffen der Innen- und Justizminister der
EU in Dresden muss ein starkes Signal aussenden für eine gemeinsame
Europäische Migrationspolitik, die auf dem ausnahmslosen Respekt der
Menschenrechte und Grundfreiheiten von Migranten gegründet ist",
sagte Grenz.
Zwischen dem 23. und 29. Dezember haben die marokkanischen Behörden
mehrere hundert vom UNHCR anerkannte Flüchtlinge, Asylsuchende in
laufendem Verfahren und Migranten in mehreren Orten des Landes
festgenommen und zur algerischen Grenze in der Region von Oujda
transportiert. Dort wurden sie in Wüstengebiet ausgesetzt. Dabei kam
es Berichten zufolge zu Misshandlungen, Bedrohungen und
Vergewaltigungen. Unter den Betroffenen waren Frauen, Kinder, kranke
und behinderte Menschen. Die Öffentlichkeit in den EU-Ländern nahm
von den Vorfällen kaum Notiz.
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