Asyl-Arbeiskreis
Startseite
Wir über uns
Datenbank
Information für Asylbewerber
Deutsch
English
Français
Türkçe
Serbisch
Chinesisch
Spanisch
Russisch
Arabisch
Links

Allgemein
ai - Regensburg
ai - Oberpfalz
ai - Deutschland



  Zuletzt aktualisiert:
  14.07.2008
 
Datenbank - Asyl
Mauretanien: ein "EU-Polizist"?
Pressemeldung vom 01.07.2008

StartseiteInhaltsverzeichnisImpressum Kontakt
Datenbank-Asyl

[Zurück zur vorherigen Seite]
Neuer Amnesty-Bericht zeigt, dass Mauretanien auf Druck der EU Tausende von Migranten menschenrechtswidrig behandelt und abschiebt

BERLIN, 01.07.2008 – In Mauretanien werden Flüchtlinge und Migranten zu Tausenden festgenommen, misshandelt und massenhaft in Nachbarländer abgeschoben, ohne gegen die Abschiebung gerichtlich vorgehen zu können. Das schildert ein heute veröffentlichter Bericht von Amnesty International, dem kürzlich durchgeführte Recherchen vor Ort zugrunde liegen.
Nach dem tödlichen Vorgehen gegen afrikanische Flüchtlinge in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika hat sich Mauretanien zu einem neuen Zentrum für die Flucht nach Europa entwickelt. Flüchtlinge und Migranten vor allem aus westafrikanischen Ländern versuchen mit Booten, die Kanarischen Inseln und damit spanisches Territorium zu erreichen. Seit 2006 werden tausende Flüchtlinge festgenommen und nach Mali oder in den Senegal abgeschoben. "Die Umstände der Abschiebungen sind in vielen Fällen menschenrechtswidrig", sagte Amnesty-Flüchtlingsexpertin Julia Duchrow. "Das harte Vorgehen der mauretanischen Behörden ist eine Folge des intensiven Drucks der EU auf nordafrikanische Länder, irreguläre Zuwanderung nach Europa zu verhindern. Länder wie Mauretanien werden als EU-Polizisten missbraucht. Es ist Aufgabe der EU sicherzustellen, dass Migranten nach menschenrechtlichen Standards behandelt werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen. Die mauretanischen Behörden und ihre Sicherheitskräfte fordern wir auf, sich an die völkerrechtlichen Vorgaben zu halten."
Viele der verhafteten Flüchtlinge und Migranten werden in einem Haftzentrum in der nördlichen Grenzstadt Nouadhibou festgehalten. Das von Gefangenen und Anwohnern "Guantanamito" getaufte ehemalige Schulgebäude ist völlig überfüllt; bis zu 300 Menschen werden im Monat dorthin verbracht. Die Gefangenen sind gerichtlicher Kontrolle entzogen und werden teilweise misshandelt. Nach offiziellen mauretanischen Zahlen wurden 2007 3.247 Personen in das Haftzentrum gebracht. Unabhängig von ihrem Herkunftsstaat wurden alle nach Senegal und Mali abgeschoben. Dabei werden sie oft an den Grenzen ohne Transportmöglichkeit und mit nur wenig Nahrung ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen.
Der 50-seitige Bericht ",Mauritania: ‚Nobody wants to have anything to do with us’. Arrests and Collective Expulsions of Migrants denied Entry into Europe" kann über die Pressestelle bezogen werden und steht nach Ablauf der Sperrfrist auf www.amnesty.org elektronisch zur Verfügung. Drei Fotos aus dem Bericht sind rechtefrei als jpg-Dateien in der Pressestelle erhältlich (Copyright: Amnesty International).

  mailto: asyl-ak@amnesty-regensburg.de
e-mail

[Zurück zum Seitenanfang] [Zurück zur vorherigen Seite}

So erreichen Sie uns:
amnesty international, Asyl-Arbeitskreis
Malergasse 15, 93047 Regensburg (nur Postadresse!)
Sprecherin: Raphaela Natter
Stellv. Sprecherin: Vreni Rohrmeier
Telefon: 01 76 / 96 08 72 20
e-mail: asyl-ak@amnesty-regensburg.de

Wenn Sie uns finanziell unterstützen wollen:
Kto.Nr. 80 90 100, BfS Köln, BLZ 370 205 00
(Bitte Verwendungszweck "Bezirk 3840" angeben)
[Spendenformular]   [Formular Mitgliedschaft]