Zuletzt aktualisiert:
16.04.2007
|
|
Datenbank - Asyl
EU muss irakische Flüchtlinge aufnehmen ...
Pressemeldung vom 16.04.2007
|
[Zurück zur vorherigen Seite}
EU muss irakische Flüchtlinge aufnehmen und Nachbarstaaten des Irak
unterstützen
Berlin, 16. April 2007- Die EU muss dringend ein abgestimmtes
Konzept zu Schutz und Versorgung irakischer Flüchtlinge in der Region
und in Europa vorlegen, hat amnesty international (ai) vor der
Irak-Konferenz des UNHCR am 17./18. April in Genf und dem Treffen der
EU-Innen- und Justizminister am 19./20. April in Luxemburg gefordert.
ai ruft die EU auf, die Nachbarstaaten des Irak sowie internationale
Hilfsorganisationen finanziell und technisch bei der Versorgung der
Flüchtlinge zu unterstützen, selbst Flüchtlinge aus dem Irak
großzügig aufzunehmen und keine Iraker in ihr Heimatland
abzuschieben. "Bei diesem Ausmaß der humanitären Krise und der
anhaltenden Gewalt in der Region ist es überfällig, dass die
internationale Gemeinschaft und die EU irakische Flüchtlinge schützen
und unterstützen, wo immer sie sich aufhalten", sagte Ruth Jüttner,
Irak-Expertin von ai.
In vielen EU-Ländern, vor allem in Deutschland, verfolgt die
Regierung bisher ein gegenteiliges Programm. Deutschland hat gegen
20.000 anerkannte irakische Flüchtlinge Widerrufsverfahren
eingeleitet, um ihnen die Asylanerkennung zu entziehen. Abschiebungen
in den Nordirak haben bereits begonnen. Um Wege für die Abschiebung
von Irakern aus Deutschland auszuloten, nahm die Bundesregierung im
Sommer 2006 Verhandlungen mit der irakischen Regierung und Vertretern
der kurdischen Region im Nordirak auf. "Diese Politik ist angesichts
der allgegenwärtigen Gewalt im Irak nicht nur menschenrechtswidrig,
sondern zynisch und zutiefst beschämend", sagte Jüttner.
Über drei Millionen Iraker sind auf der Flucht - die größte
Fluchtbewegung im Mittleren Osten seit 1948. Im Durchschnitt fliehen
derzeit jeden Monat 50.000 Menschen aus dem Irak. Die meisten werden
in Nachbarländern aufgenommen: Allein in Jordanien befinden sich zur
Zeit etwa 750.000 Iraker, in Syrien wird ihre Zahl auf mindestens
eine Million geschätzt. Eine ai-Untersuchung vom März 2007 in
Jordanien zeigt, dass die Flüchtlinge keine Arbeitserlaubnis erhalten
und von ihren Ersparnissen leben müssen. Viele sind mittlerweile
verarmt und auf Hilfsleistungen angewiesen. Die Versorgungslage
verschlechtert Kinder und Kranke. Da viele Flüchtlinge keinen legalen
Aufenthaltstitel haben, leben sie in ständiger Angst, in den Irak
abgeschoben zu werden. In einigen Fällen kamen Flüchtlinge nach ihrer
Abschiebung im Irak ums Leben. Nur sehr wenige Kinder irakischer
Flüchtlinge haben in Jordanien Zugang zum Schulwesen; auch der Zugang
zum Gesundheitswesen ist den meisten Flüchtlingen verwehrt und sie
sind auf die Dienste von Hilfsorganisationen angewiesen.
|
|

e-mail

Stellung nahme

Kurz- fassung
|
|
So erreichen Sie uns:
amnesty international, Asyl-Arbeitskreis
Malergasse 15, 93047 Regensburg (nur Postadresse!)
Sprecherin: Raphaela Natter
Stellv. Sprecherin: Vreni Rohrmeier
Telefon: 01 76 / 96 08 72 20
e-mail: asyl-ak@amnesty-regensburg.de
Wenn Sie uns finanziell unterstützen wollen:
Kto.Nr. 80 90 100, BfS Köln, BLZ 370 205 00
(Bitte Verwendungszweck "Bezirk 3840" angeben)
[Spendenformular]
[Formular Mitgliedschaft]
|
|