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10.07.2006
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Algeriens Geheimdienst foltert und das Ausland schaut zu
Pressemeldung vom 10.07.2006
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Algeriens Geheimdienst foltert und das Ausland schaut zu
Berlin, 10. Juli 2006 - Wer in Algerien des Terrorismus verdächtigt
wird, muss mit Folter und Misshandlungen rechnen - vor allem wenn er
in die Hände des Militärgeheimdienstes DRS gerät. "Die internationale
Gemeinschaft allerdings verschließt die Augen davor, weil Algerien im
‘Krieg gegen den Terror’ eine wichtige Rolle spielt ", kritisiert Uta
Simon, Algerien-Expertin der Londoner Zentrale von amnesty
international (ai). "Sollte Deutschland Menschen, denen Folter droht,
an die algerischen Sicherheitsbehörden ausliefern, wäre dies ein
klarer Verstoß gegen das Völkerrecht. "
Simon, Autorin des heute veröffentlichten ai-Berichts "Unrestrained
powers: Torture by Algeria‘s Military Security", unterstreicht:
"Informationen, die in Algerien durch Folter und andere
Misshandlungen gewonnen werden, dürfen weder in Algerien noch im
Ausland vor Gericht verwendet werden."
Laut ai-Untersuchungen unterhält der auf den "Krieg gegen den Terror"
spezialisierte DRS seit Jahren zahlreiche geheime Haftzentren in
Militärkasernen. Dort werden Häftlinge oft monatelang ohne Kontakt
zur Außenwelt festgehalten; sie werden geschlagen, mit Elektroschocks
traktiert und gezwungen, Schmutzwasser, Urin oder Chemikalien zu
trinken. "Der Geheimdienst operiert außerhalb jeder zivilen oder
gerichtlichen Kontrolle", so Simon, die mit Folteropfern, deren
Angehörigen und Anwälten gesprochen hat. "So gut wie nie werden
Foltervorwürfe unabhängig untersucht, geschweige denn die Täter
strafrechtlich verfolgt."
Algerien hat sich in einem Assoziierungsabkommen mit der Europäischen
Union zur Achtung und Durchsetzung der Menschenrechte verpflichtet.
Auch durch zahlreiche internationale Abkommen ist es verpflichtet,
schwere Menschenrechtsverbrechen aufzudecken und zu ahnden.
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